Versicherungen für Alleinerziehende

Versicherungen für Alleinerziehende

31. März 2017

Mutter, Vater, Kind – diese klassische Familienkonstellation gibt es mittlerweile deutlich seltener als früher. Vor allem Frauen erziehen ihre Kinder häufig ohne männlichen Gegenpart. Wer alleinerziehend ist, muss den schweren Balanceakt zwischen Job und Familie ganz alleine meistern. Umso wichtiger ist es, für den Ernstfall richtig abgesichert zu sein. Welche Versicherungen für Alleinerziehende zu empfehlen sind, verraten uns die AMV-Experten Gerret Bäßler-Vogel und Stefan Köhlbach.

AMV: Wie viele Alleinerziehende gibt es in Deutschland und warum sollte man gerade in dieser Lebenssituation für den richtigen Versicherungsschutz sorgen?
Stefan Köhlbach:
Es gibt derzeit circa 2,3 Millionen Alleinerziehende in Deutschland, die meisten davon sind alleinerziehende Frauen. Als Alleinerziehender trägt man nicht nur Verantwortung für sich, sondern auch für das zu betreuende Kind. Um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, ist eine gute Absicherung im Ernstfall gerade für diese Menschen immens wichtig.

AMV: Wodurch kann es denn beispielsweise zu finanziellen Engpässen bei Alleinerziehenden kommen?
Gerret Bäßler-Vogel:
Der tägliche Arbeitsalltag verlangt viel von Ihnen: Kinderbetreuung, Termindruck, steigendes Arbeitsvolumen im Job, Haushalt, Verkehrschaos. Hohe Anforderungen und was ist, wenn etwas passiert? Eine Absicherung des Einkommens beziehungsweise der Arbeitskraft ist für Alleinerziehende existenziell wichtig. Mit der Berufsunfähigkeitsabsicherung der AachenMünchener können Sie Ihren Lebensunterhalt für solche Fälle sichern. Sie springt ein, wenn Sie krankheits- oder unfallbedingt Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können.

Eine weitere Möglichkeit und preiswerte Alternative ist die Grundfähigkeitsabsicherung. Dabei handelt es sich um eine Basisabsicherung von Kopf bis Fuß. Unabhängig von einer Berufstätigkeit, wird eine monatliche Rente bei Verlust einer der versicherten Grundfähigkeiten gezahlt. Dazu gehören zum Beispiel Sehen, Sprechen, eine Hand gebrauchen oder Knien/Bücken.

AMV: Und welche Gefahren drohen Alleinerziehenden im Privatleben?
Stefan Köhlbach:
Ein kleines Missgeschick ist schnell passiert: Verletzen Eltern ihre Aufsichtspflicht, müssen sie für Schäden, die ihre Kinder verursachen, aufkommen. Die Privathaftpflichtversicherung greift, wenn Schadenersatzansprüche gegen den Alleinerziehenden oder unmittelbar gegen das mitversicherte Kind gerichtet werden. Bei der Privathaftpflichtversicherung der AachenMünchener sind zudem Schäden durch mitversicherte deliktunfähige Kinder bis 50.000 Euro abgesichert.

AMV: Wie sieht es mit dem Thema Altersvorsorge bei Alleinerziehenden aus?
Gerret Bäßler-Vogel:
Viele Alleinerziehende haben nicht die Möglichkeit, einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen. Sie zahlen weniger in die Rentenkasse ein und können daher auch nur mit einer geringeren gesetzlichen Altersrente rechnen. Dass die gesetzliche Rente allein nicht mehr ausreicht, ist längst bekannt. Bei Alleinerziehenden ist die finanzielle Lücke im Alter meistens noch größer und eine private Altersversorgung daher umso wichtiger. Hier ist es empfehlenswert, staatliche Förderung für den Aufbau der eigenen Altersvorsorge zu nutzen – beispielsweise mit einer Riester-Rente. Die maximalen Zulagen erhält man, wenn man jährlich 4 Prozent seines rentenversicherungspflichten Vorjahres-Bruttoeinkommens einzahlt. Neben der Grundzulage kommen für jedes Kind zusätzlich 185 Euro jährlich oder für ab dem 01.01.2008 geborene Kinder sogar 300 Euro dazu. Allein durch diese staatliche Förderung ergibt sich eine attraktive Rendite! Allgemein kann man sagen, dass sich der Staat mit durchschnittlich 40 Prozent der Beiträge an der Riester-Rente beteiligt.

AMV: Welche weiteren Versicherungen schützen Alleinerziehende und ihre Kinder?
Stefan Köhlbach:
Alle paar Sekunden passiert ein Unfall – plötzlich und unerwartet kann es jeden treffen! Vor allem für Freizeitaktivitäten ist eine private Unfallversicherung unerlässlich, denn hier ist man gesetzlich überhaupt nicht abgesichert – trotz des hohen Unfallrisikos. Oft reicht der gesetzliche Versicherungsschutz auch in den anderen Lebensbereichen nicht aus oder fehlt vollkommen.

AMV: Ist eine spezielle Kinderunfallversicherung sinnvoll?
Stefan Köhlbach:
Gerade bei Kindern reicht die Absicherung der gesetzlichen Unfallversicherung nicht aus. Vor allem Kleinkinder, die noch nicht zur Schule oder Kita gehen, haben überhaupt keinen Schutz. Der finanzielle Aufwand nach einem Unfall kann erheblich sein – zum Beispiel durch den Erwerb einer behindertengerechten Wohnung oder durch Umbaumaßnahmen. Mit der Kinderunfallversicherung der AachenMünchener erhalten Sie in einem solchen Fall außergewöhnlich hohe Invaliditätsleistungen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Vorteile: Schmerzensgeld bei Knochenbrüchen, Nachhilfegeld bei unfallbedingten Schulfehlzeiten sowie eine Kapitalauszahlung und zusätzliche Unfallrente bei einer dauerhaften Invalidität.

AMV: Gibt es darüber hinaus Policen mit denen alleinerziehende Mütter und Väter ihre Kinder für die Zukunft absichern können?
Gerret Bäßler-Vogel:  Ja, denn auch bei Kindern führen Krankheiten zu starken oder sogar dauerhaften Beeinträchtigungen. Bei Schulunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit drohen hohe finanzielle Ausgaben. Schutz dagegen bietet eine so genannte Kinderinvaliditätsabsicherung. Sie garantiert eine monatliche Rente bei Invalidität in Folge eines Unfalls oder einer Krankheit. Später kann diese Police – ohne erneute Gesundheitsprüfung – in eine Berufsunfähigkeitsabsicherung umgetauscht werden. Wer möchte kann eine solche Absicherung auch schon mit dem Kapitalaufbau für das Kind verbinden. Wie bei den Eltern kann auch hier die Anlagestrategie gewählt und wieder verändert werden. Auch die zwischenzeitliche Entnahme von größeren Geldbeträgen, wie zum Beispiel für den Führerschein, ist möglich. Wer früh und regelmäßig für sein Kind einen kleinen Beitrag zahlt, kann über Jahre den Zinseszins-Effekt nutzen und ein Start-Vermögen aufbauen.

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