Ruhestand flexibler gestalten: So geht’s

Ruhestand flexibler gestalten: So geht’s

17. März 2017

Mehr Rente im Alter – dazu wird wohl niemand Nein sagen. Wer sich noch fit genug fühlt, kann zum Beispiel nach dem Renteneintritt weiter arbeiten und in die Rentenversicherung einzahlen. Das seit Anfang 2017 geltende Flexi-Renten-Gesetz schafft Anreize, länger zu arbeiten und gleichzeitig früher einen Teil der Rente zu beziehen. Wir fassen die wesentlichen Neuerungen zusammen.

Sonderzahlungen schon ab 50 möglich
Mehr Freiheiten ergeben sich sowohl für Bezieher einer vorgezogenen Altersrente als auch für Menschen mit Rentenanspruch, die noch länger arbeiten wollen: Wer früher in Rente gehen möchte, sollte beachten, dass der Rentenanspruch für jeden Monat der früher in Rente gegangen wird, um 0,3 Prozent gekürzt wird. Bisher konnte man diese Abschläge ab 55 Jahren mit Einzahlungen ausgleichen. Durch die neue Flexi-Rente können die Ausgleichszahlungen schon ab 50 Jahren getätigt werden. So bleibt mehr Zeit, um einzuzahlen. Wer wissen möchte, wie hoch die Einzahlungen sein müssen, kann eine Anfrage bei der deutschen Rentenversicherung stellen: http://www.deutsche-rentenversicherung.de

Vorgezogene Altersrente mit Nebenjob aufbessern
Wer früher als gesetzlich vorgesehen in Rente geht, kann sich auf flexiblere Hinzuverdienstregelungen freuen. Ab Sommer 2017 fällt das bisherige starre Stufenmodell weg. Je nach Höhe des Zuverdienstes erhielten Senioren zwei Drittel, die Hälfte oder ein Drittel ihrer Vollrente. Durch die Neuerung ergeben sich zwei Möglichkeiten: Die Teilrente kann frei gewählt werden. Dann wird auf Basis der Rente der mögliche Hinzuverdienst errechnet. In allen anderen Fällen ergibt sich die Teilrente aus dem Hinzuverdienst selbst. Jährlich können bis zu 6.300 Euro dazuverdient werden, ohne dass die Rente gekürzt wird. Ein über diesem Betrag liegender Verdienst wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Aber aufgepasst: Liegt die Summe aus gekürzter Rente und dem Hinzuverdienst über dem bisherigen Einkommen (hier wird das höchste Einkommen der letzten 15 Kalenderjahre genommen), wird der darüber liegende Hinzuverdienst zu 100 Prozent auf die verbliebene Teilrente angerechnet.

Nach Renteneintritt weiter einzahlen
Soziale Kontakte pflegen, sich geistig und körperlich fit halten oder mehr Geld zur Verfügung haben: Alles Gründe, warum sich immer mehr Menschen nach dem regulären Rentenbeginn mit einer Nebentätigkeit etwas dazuverdienen. Dank des neuen Flexi-Renten-Gesetzes haben Rentner in einem solchen Fall nicht nur die Möglichkeit, ihre Rente und ihr Gehalt zu beziehen, sie können jetzt auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter in die Rentenversicherung einzahlen. Bisher war damit bei Rentenbeginn Schluss. Das Einkommen hatte bisher keinen Einfluss auf die Rentenhöhe, weil keine Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden mussten. Durch die Neuerung, dass weiterhin Einzahlungen in die Rentenversicherung getätigt werden können, kann die Rente in einem solchen Fall zusätzlich erhöht werden. Wer weiter in die Rentenversicherung einzahlen möchte, muss dies seinem Arbeitgeber allerdings schriftlich mitteilen.

Später in Rente gehen
Eine andere Option: Wer seinen Renteneintritt nach hinten verschiebt und erst einmal weiter von seinem Gehalt lebt, kann seine Rente Jahr für Jahr erhöhen. Pro Monat gibt es einen Rentenzuschlag von 0,5 Prozent.

Weitere Informationen zum Thema Ruhestand und Altersvorsorge gibt es hier: https://www.amv.de/altersvorsorge/

 

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