Hochsaison für Autounfälle: So kommst du sicher durch den Herbst

Hochsaison für Autounfälle: So kommst du sicher durch den Herbst

14. September 2017

So schön der Herbst und sein Indian Summer sein können: Regen, Nebel und die früh einsetzende Dunkelheit Autofahrern das Leben schwer. Die dritte Jahreszeit stellt dich im Straßenverkehr vor ganz besondere Herausforderungen.

Damit du im Herbst dennoch sicher ans Ziel kommst, haben wir die wichtigsten Checkpunkte und besten Tipps für dich zusammengestellt.

1. Der Licht-Check

Gute Sicht und gute Sichtbarkeit zählen zu den entscheidenden Faktoren im Straßenverkehr. Doch jeder dritte Pkw fährt mit mangelndem Autolicht, so der Licht-Test 2016 60-Jahre-Sicherheit vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Deutschen Verkehrswacht (DVW). Achte daher unbedingt auf die volle Funktionstüchtigkeit der Beleuchtung an deinem Auto.

Wenn du selber nicht bestimmen kannst, ob das Abblendlicht richtig eingestellt ist oder das Fernlicht korrekt funktioniert, kannst du deinen Wagen in Kfz-Meisterbetrieben, Prüforganisationen und Automobilclubs zum Testen abgeben – kostenlos.

2. Der Scheibenwischer-Test

Oftmals vernachlässigt und dabei so wichtig im regnerischen Herbst: Scheibenwischer sorgen für freie Sicht auf der Straße und sollten daher zweimal im Jahr überprüft werden. Bei porösen Stellen führt an einem Wechsel kein Weg vorbei. Um die Gummiblätter vor dem ersten Frost zu schützen, lohnt es sich, eine Unterlage zwischen Wischer und Scheibe zu befestigen oder die Wischer mit dem Gummi nach oben abzulegen. Greife in den kalten Jahreszeiten außerdem lieber zu Wischblättern mit weicher Gummimischung, die arbeiten – genauso wie Winterreifen – bei Kälte besser.

3. Tagfahrlicht oder Abblendlicht?

Sobald es dein Wagen durch den Licht-Check geschafft hat, stellt sich schon die nächste Frage: Tagfahrlicht – ja oder nein? Während dir das Daytime Running Light im Sommer gute Dienste leistet, reicht es bei den schlechten Sichtverhältnissen im Herbst oftmals nicht aus, außerdem werden dabei die Rückleuchten nicht eingeschaltet.

Besser: Auf das Abblendlicht setzen und bei besonders widrigen Bedingungen die Nebelscheinwerfer und die Nebelschlussleuchte zusätzlich einschalten. Achte dabei auf die Hinweise der Straßenverkehrsordnung (§ 17 Abs. 3 Satz 5 StVO). In Deutschland dürfen die Nebelschlussleuchten nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt. § 3 StVO legt außerdem fest, dass Autofahrer dann vom Gas müssen. Tempo 50 lautet das vorgeschriebene Limit.

4. Bei Nässe

Die Zusatzangabe bei Nässe sorgt immer wieder für Fragezeichen im Straßenverkehr. Ab wann greift das angegebene Tempolimit? Orientierung bietet hierbei ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz (OLG Koblenz DAR 1999, 419). Dort heißt es: „Nach allgemeinem Sprachgebrauch fällt unter den Begriff Nässe nicht schon eine bloße Feuchtigkeit. Deshalb kann die Fahrbahn nur dann als nass bezeichnet werden, wenn sich auf der Oberfläche erkennbar eine, sei es auch nur dünne, Wasserschicht gebildet hat. Die Fahrbahn muss insgesamt mit einem Wasserfilm überzogen sein.“

5. Der Bremsweg

Auch auf den Bremsweg können sich die herbstlichen Witterungsverhältnisse auswirken. Während der „normale“ Bremsweg bei Tempo 100 zwischen 35 und 40 Metern liegt, kann er sich bei Nässe auf 50 bis 75 Meter verlängern. Kommen noch Laub und Schmutz dazu, werden daraus schnell 75 bis 100 Meter oder mehr. Daher ist es gerade im Herbst besonders wichtig, genügend Abstand zu halten. Die Faustregel spricht von einem halben Tachowert in Metern, bei schlechter Sicht solltest du aber mehr Platz lassen.

Bild: Arand/istock

 

2.213

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*