Karriere vs. Familie: Die meisten Deutschen ziehen für die Liebe um

Karriere vs. Familie: Die meisten Deutschen ziehen für die Liebe um

12. Dezember 2017

Für ihren Partner sind die meisten Bundesbürger eher bereit, umzuziehen, als für ihren Job: Laut der Studie Umzug 2017, durchgeführt von Immowelt im Auftrag von umzugsauktion.de, haben 59 Prozent der Befragten für die Liebe schon einmal den Wohnort gewechselt. Für den Job sind die meisten hingegen deutlich umzugsunwilliger.

So rangiert der Arbeitsplatz erst auf Platz 3 der Umzugsgründe, 49 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, aus beruflichen Gründen schon einmal umgezogen zu sein. Die Nähe zur Familie hingegen hat 56 Prozent zum Umziehen bewogen, damit liegt diese auf Platz zwei der Motive für einen Umzug.

Frauen und Männer: Unterschiedliche Gewichtung von Familie und Karriere

Bei Frauen liegt der Fokus noch stärker auf dem Partner und der Familie: 61 beziehungsweise 58 Prozent der weiblichen Befragten sind für den familiärem Anschluss umgezogen, wohingegen nur 45 Prozent dies für den Job taten. Bei Männern rangieren Familie und Karriere gleichwertig mit 53 Prozent, knapp hinter der Liebe mit 56 Prozent.

Mobilität für die Karriere: Eher bei der älteren Generation

Bei den Senioren sieht die Prioritätensetzung etwas anders aus: 62 Prozent der Befragten über 65 Jahre sind laut der Studie schon einmal für ihren Job umgezogen, 58 Prozent für ihren Partner. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. In Zeiten vor Dating-Apps und Social Media war es unter anderem wahrscheinlicher, den Partner im eigenen Umfeld kennenzulernen, was einen Umzug für die Beziehung schlicht nicht nötig machte.

In beruflicher Hinsicht hingegen machen es Homeoffice und gute Verkehrsanbindungen heutzutage möglich, auch lange Arbeitswege zu bewältigen, ohne gleich umziehen zu müssen. Laut der Immowelt-Studie Wohnen und Leben 2017 wären 56 Prozent der Deutschen bereit, einen Anfahrtsweg zur Arbeit von bis zu einer Stunde in Kauf zu nehmen. 22 Prozent würden sogar zwei Stunden pro Strecke auf sich nehmen, um einen Umzug umgehen zu können.

Pendeln: Für wen kommen lange Arbeitswege infrage?

Arbeitnehmer mit Familie hingegen packen unter diesen Umständen schon eher die Umzugskisten, denn auf Zeit mit ihren Kindern verzichten sie nur ungern: 63 Prozent würden bei einem Arbeitsweg von einer Stunde und mehr umziehen, im Vergleich zu 51 Prozent der befragten Singles. Jeden Tag pro Strecke zwei Stunden und länger zu pendeln sind bei den Befragten mit Familie nur 9 Prozent bereit, im Vergleich zu 14 Prozent der Studienteilnehmer ohne Kinder. 

Finanzieller Aspekt vs. Zeit für die Familie

Unterm Strich liegen Partner und Familie höher in der Wertschätzung der Deutschen als der Beruf, weshalb sie aus diesen Gründen auch eher bereit sind, einen Umzug in Kauf zu nehmen. Durch das verstärkte Anbieten von Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten haben Arbeitgeber es allerdings in der Hand, die Vereinbarkeit von Familie und einem weiter entfernten Arbeitsplatz zu erleichtern. Schließlich ist ein Umzug, möglicherweise vom Land in die Stadt, häufig mit deutlich höheren Lebenshaltungskosten verbunden. Dadurch geht ein Umzug für die Karriere paradoxerweise häufig mit einem finanziellen Nachteil für den Arbeitnehmer einher. Möglicherweise ein Grund, weshalb sich viele vor diesem Schritt scheuen.

Bild: William Stitt/unsplash

 

 


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