So läuft’s rund mit der Steuererklärung

So läuft’s rund mit der Steuererklärung

19. Mai 2017

Für die meisten von uns ist es vor allem eine nervige Pflichtübung, die wir so lange es geht vor uns herschieben. Doch langsam hilft kein Verdrängen mehr: Spätestens am 31. Mai muss die Steuererklärung fertig sein! Zumindest ist es ein kleiner Trost, dass sich die lästige Arbeit oftmals richtig lohnt. Denn im Schnitt bekommen deutsche Arbeitnehmer nach Angaben des Statistischen Bundesamts mehr als 800 Euro vom Finanzamt zurück. Wir geben Euch sieben Last-Minute-Tipps für eine gelungene Steuererklärung, damit Ihr diesen Posten endlich von Eurer To-do-Liste streichen und Euch auf eine kleine Finanzspritze freuen könnt.

Tipp 1: Online-Hilfe für die Do-it-yourself-Steuererklärung
Kommt Dir das bekannt vor? Wenn Du Deine Steuererklärung selbst erledigst, bleibt unterschwellig oft die Sorge, mögliche Absetzmöglichkeiten zu übersehen. Probier’s deshalb doch mal mit Unterstützung: Um zunächst die ungefähre Höhe der Steuer-Rückerstattung einschätzen zu können, sind kostenlose Online-Rechner nützliche Werkzeuge. Außerdem gibt es leicht bedienbare Online-Programme. Bereits ab 15 Euro kannst Du Dich so durch die einzelnen Bereiche führen lassen und bekommst zudem wertvolle Tipps über alle in Deinem konkreten Fall anwendbaren Steuer-Sparmöglichkeiten. Die besten Programme findest Du über Stiftung Warentest.

Tipp 2: Schneller und komfortabler – dank elektronischer Steuererklärung
Mehr als 16 Millionen Deutsche greifen bereits heute auf Elster (Abkürzung für elektronische Steuererklärung) zurück. Damit haben die Finanzämter ein praktisches Instrument geschaffen, die verschiedenen Unterlagen online an das zuständige Amt zu übertragen. Einer der Hauptvorteile: Die Finanzbeamten müssen Deine Daten nicht erst selbst ins System einpflegen und der Bescheid erfolgt somit meist früher. Und um drohende Sicherheitslöcher brauchst Du Dir auch keinen Kopf zu machen, da die Daten mit Hilfe einer gesicherten Onlineverbindung verschlüsselt übertragen werden. Weitere Benefits der Online-Assistenz: Das Programm weist auf widersprüchliche Eingaben hin. Und ist die erste digitale Erklärung durch, werden zukünftig die Daten aus dem Vorjahr übernommen.

Tipp 3: Werbungskosten – 1.000 Euro ohne Nachweis
Darunter versteht man alle Angaben, die Du in Deiner Steuererklärung rund um das Berufsleben machst. Um die Sache grundsätzlich zu vereinfachen und damit Du nicht unbedingt jeden Kugelschreiber separat abrechnen musst, erkennt das Finanzamt bei jedem Arbeitnehmer automatisch und grundsätzlich einen Pauschalbetrag von 1.000 Euro an. Ist es allerdings klar abzusehen, dass diese Summe überschritten wird, muss das im Einzelnen und per Beleg nachgewiesen werden. Oft sind die 1.000 Euro schneller überschritten als Du glaubst, denn rund um Dein Berufsleben bietet sich eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Kosten abzusetzen: so zum Beispiel durch die Angabe Deines Arbeitsweges (die sogenannte Entfernungspauschale), eine Zweitwohnung, ein Arbeitszimmer, Dienstreisen, Arbeitsmittel oder Fortbildungen.

Tipp 4: Handwerkerkosten – Reparatur- und Wartungsarbeiten absetzen
Du hast in Deiner Eigentumswohnung Dienste von Handwerkern in Anspruch genommen? Dann vergiss auf keinen Fall, den Arbeitslohn zu 20 Prozent von Deiner Steuerschuld abzuziehen. Allerdings darf dabei die Summe von 1.200 Euro nicht überschritten werden und keine Materialkosten absetzen. Aber Vorsicht: Du kannst nur Tätigkeiten geltend machen, die der Reparatur oder Wartung dienen, nicht aber der Herstellung von etwas Neuem. Diesen Steuervorteil kannst Du übrigens auch dann nutzen, wenn Du nur Mieter bist. Einfach checken, was Dein Vermieter an Handwerksleistungen im Haus auf Deine Nebenkostenrechnung gesetzt hat und bei der Steuererklärung geltend machen.

Tipp 5: Altersvorsorge – staatlich gefördertes Sparen
Wer mit Blick auf die Zeit als Senior jeden Monat Geld zurücklegt, kann diesen Posten als Sonderausgabe ansetzen und von der Steuer abziehen. Vor allem, wenn Du Dich für eine staatlich geförderte Rentenversicherung entschieden hast, kannst Du mit einigen wenigen Angaben Geld sparen. So solltest Du unbedingt die monatlichen Beiträge Deines Riesterrenten-Vertrags steuerlich absetzen. Insgesamt darfst Du pro Jahr allerdings nur Beiträge bis zu 2.100 Euro geltend machen. Die Ausgaben für Dein zu versteuerndes Einkommen verringern sich übrigens auch, wenn Du eine private Krankenversicherung, Haftpflicht- oder Zusatzversicherung hast.

Weitere Tipps zu steuerlich absetzbaren Rentenversicherungen wie Riester-Rente, bAV oder Rürup-Rente unter: https://www.amv.de/altersvorsorge/

Tipp 6: Umzugskosten, die von der Steuer absetzbar sind
Wusstest Du schon, dass Du nicht nur bei einem Jobwechsel die Kosten für einen beruflich veranlassten Umzug angeben kannst? Auch wenn Du näher an Deinen aktuellen Arbeitsplatz heranziehst, werden Deine Ausgaben vom Finanzamt als Werbekosten anerkannt. Ein wichtiges Detail darf dabei allerdings nicht außer Acht gelassen werden: Insgesamt muss sich Dein Arbeitsweg um eine Stunde für Hin- und Rückweg vermindern, wobei die Entfernung selbst dabei keine Rolle spielt.

Tipp 7: Letzte Gnadenfrist
Du weißt wegen der hohen Arbeitsbelastung im Job derzeit nicht mehr, wo Dir der Kopf steht oder bist für längere Zeit krank und kannst deshalb den letzten Abgabetermin am 31. Mai auf keinen Fall einhalten? Für diesen Worst Case kannst Du durch die Beantragung einer Fristverlängerung den Abgabetermin individuell verlängern. Allerdings müssen dafür die Gründe für die zu entscheidenden Finanzbeamten auch einleuchtend sein.

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