Checkliste: So klappt der Umzug

Checkliste: So klappt der Umzug

29. Juni 2017

Mehr als elf Millionen Deutsche ziehen jedes Jahr in ein neues Zuhause. Das melden die Marktforscher der Münchener Umzug AG. Ob eine kleine Eigentumswohnung in der City, ein Häuschen im Grünen oder die WG im Studentenwohnheim – wer einen Tapetenwechsel anstrebt, sollte rechtzeitig mit der Planung starten, denn so ein Ortswechsel kann schnell im Chaos enden. Damit alles reibungslos abläuft, machen wir den Umzugs-Check für Euch.

Tipp 1: Richtig packen
Wie so oft, ist auch beim Umzug eine gute Vorbereitung das A und O. Wer alle seine Habseligkeiten wahllos in Kartons packt, wird dies spätestens beim Ausräumen bereuen. Stattdessen gilt es, die Gelegenheit zu nutzen und erst einmal Ballast abzuwerfen. Das heißt, vorher alles, was ehrlicherweise nicht mehr benötigt wird, entsorgen, verschenken oder etwa auf dem Flohmarkt verkaufen. Anschließend geht es ans Einpacken:

Empfindliche, zerbrechliche Teile wie Porzellan und Glas vor dem Verstauen einwickeln, damit alle Teile sicher in der neuen Wohnung ankommen. Dafür eignen sich Zeitungen, Seidenpapier, Luftpolsterfolie, aber auch Bettlaken, Geschirrtücher, Decken und Handtücher prima. Hohlräume im Karton ebenfalls damit füllen. Große Möbelstücke wie Sofas und Sessel lassen sich durch Umzugsdecken schützen. Für Kleidung sind spezielle Kleiderkartons praktisch. Sie sind etwa 1,50 Meter hoch und haben im oberen Teil eine Stange. So können Jacken, Hemden und Hosen direkt vom Schrank hineingehängt werden und bleiben während des Transports glatt. Viele elektrische und Haushaltsgeräte wie HiFi-Anlagen, Computer, Waschmaschinen und Trockner haben Transportsicherungen, die entsprechend den Bedienungsanleitungen eingebaut werden sollten, damit bei der Fahrt innerlich nichts verrutscht und demoliert wird. Gefriergeräte und Kühlschrank abschalten und vorher abtauen lassen. Bücher immer stehend einpacken und nicht mehr als eine Lage pro Karton. Am besten Rücken an Rücken stellen, damit sie nicht ineinander rutschen und sich gegenseitig beschädigen. Den verbleibenden Platz für Kleidung oder andere leichte Dinge nutzen.

Maximal 20 Kilo pro Karton
Wichtig: Packt die Kisten nicht zu voll. Erfahrungsgemäß sind maximal 20 Kilo pro Karton noch zumutbar. Generell gilt: Schwere Gegenstände immer nach unten packen und das Gewicht gleichmäßig in der Kiste verteilen.

Beschriften spart Zeit
Schlau ist, wer die Kartons beschriftet. Was ist drin, und wo soll es später hin? Denn so lässt sich am Umzugstag und beim Auspacken ein großes Durcheinander vermeiden. Die Kartons auch an der Seite beschriften, damit die Hinweise auch dann zu sehen sind, wenn die Kisten aufeinander gestapelt sind. Noch einfacher wird das Ausräumen, wenn jedem Karton eine Priorität zugeordnet wird. „1“ steht für „bitte zuerst auspacken“.

Wie viele Umzugskartons sind nötig?
Die Anzahl der benötigten Umzugskartons kann von vielen Dingen abhängen, zum Beispiel, wie lange man bereits in der alten Wohnung war, wie groß sie ist, wie viele Personen dort lebten und wie viele Keller- oder Lagerräume es gibt. Laut Faustregel sollte man für ein WG-Zimmer etwa 10 bis 15 Standard-Umzugskartons einplanen, für eine Ein- bis Zweizimmerwohnung etwa 30, für einen Haushalt mit mehreren Personen pro Person etwa 20 bis 25. Ein anderer Berechnungsansatz lautet: pro Quadratmeter ein  Karton. Die Kartons kann man ausleihen oder kaufen.

Tipp 2: Richtig absichern
Was viele bei dem ganzen Umzugsstress vergessen: Wie sieht es eigentlich mit dem Versicherungsschutz aus, wenn etwas passiert? Wer ein Umzugsunternehmen beauftragt, ist in der Regel automatisch versichert. Gesetzlich vorgeschrieben ist es, dass der Spediteur pro Kubikmeter mit 620 Euro haftet, falls etwas kaputtgeht. Zum Verständnis: Ein kleiner Lkw bis 7,5 Tonnen hat etwa 30 Kubikmeter Ladevolumen, das wären dann 18.600 Euro. Falls besonders wertvolle Güter auf die Reise gehen, empfiehlt sich zusätzlich eine Transportversicherung. Außerdem: Die Firma haftet nur für Schäden, die von den Helfern verursacht werden, zum Beispiel beim Transport oder beim Aufbau der Möbel. Wer seine Kartons eigenhändig packt, ist selbst dafür verantwortlich, dass alles sicher verstaut ist. Wenn etwas innerhalb der Kisten zerbricht, hat man Pech gehabt.

Private Helfer haften nicht
Ähnlich sieht es aus, wenn man den Umzug privat organisiert und Freunde einspannt: Die Haftpflichtversicherung der freiwilligen Helfer greift im Fall eines Schadens nicht, weil es sich rechtlich um einen Gefälligkeitsdienst handelt. Gute Haftpflichtversicherungen übernehmen jedoch auch solche Gefälligkeitsschäden.

Hausratversicherung informieren
Relativ unkompliziert verhält es sich hingegen bei der Hausratversicherung, die zum Beispiel einspringt, wenn in der Wohnung eingebrochen und etwas gestohlen wird oder wenn Du einen Wasserschaden hast. Denn sie endet nicht mit dem Umzug. Der Versicherungsschutz überträgt sich beim Umziehen – je nach Vertrag für die Dauer von ein bis drei Monaten – parallel auf die neue Wohnung. Danach ist der Schutz nur noch für das neue Zuhause gültig. Voraussetzung dafür ist, dass Du vor Beginn des Einzugs die Versicherung über den Wechsel und über die neue Adresse informierst. Gib auch die Größe der Wohnfläche an, um zu vermeiden, dass Du unterversichert bist, und frag bei der Gelegenheit nach den Konditionen, wenn Du sie nicht mehr im Kopf hast. Denn auch da gibt es Unterschiede. Die Hausratversicherung der AachenMünchener etwa versichert den Neuwert der Sachen in unbegrenzter Höhe und schließt zahlreiche Leistungen mit ein, die nicht selbstverständlich sind. Details unter: https://www.amv.de/hausratversicherung/

Tipp 3: Telefon ummelden – Post nachsenden
Auch andere Stellen sollten so schnell wie möglich Bescheid wissen, dass Du jetzt woanders erreichbar bist. Bereits sechs bis acht Wochen vor Deinem Umzug solltest Du Deinem Strom-, Gas- und Telefonanbieter die neue Adresse mitteilen. Am Umzugstermin empfiehlt es sich dann, die Zählerstände von Strom und Gas in der alten und der neuen Wohnung zu notieren und ebenfalls einzureichen, um sicherzustellen, nicht mehr zahlen zu müssen als man selbst verbraucht hat. Das Einwohnermeldeamt ist innerhalb einer Woche nach dem Umzug zu benachrichtigen. Auch Hund und Auto sind umzumelden. Über eine Adressänderung in Kenntnis gesetzt werden müssen zudem Arbeitgeber und Geschäftspartner, die GEZ, die Universität oder Fachhochschule, als BAföG-Empfänger auch das Amt für Ausbildungsförderung und als Elternteil die Schule oder der Kindergarten. Auch Banken, Sparkassen, Vereine, Abonnements von Zeitungen und Zeitschriften, Krankenkasse, Ärzte, Versandhändler wie Amazon und Shopping-Plattformen wie eBay informieren.

Damit am Ende aber nicht doch noch eine wichtige Schuhlieferung oder Rechnung verloren geht, kann es sinnvoll sein, gegen eine geringe Gebühr einen Nachsendeauftrag bei der Post einrichten zu lassen – so landet Post, welche fälschlicherweise an die alte Adresse gesandt wird, weiterhin sicher im richtigen Briefkasten.

Tipp 4: Umzugskosten von der Steuer absetzen
Auch an dieser Stelle sei abschließend darauf hingewiesen, dass Du nicht nur bei einem Jobwechsel die Kosten für einen beruflich veranlassten Umzug steuerlich geltend machen kannst. (http://amv-blog.de/steuererklaerung/). Einige Posten sind selbst dann abzugsfähig, wenn Du „nur“ aus rein privaten Gründen umziehst – zum Beispiel haushaltsnahe Dienstleistungen von Umzugshelfern.

Nun aber: Viel Spaß in Deiner neuen Wohnung!

 

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