Zurück ins Arbeitsleben! Wie man nach langer Krankheit wieder fit für den Job wird

Zurück ins Arbeitsleben! Wie man nach langer Krankheit wieder fit für den Job wird

17. Juni 2016

Zurück ins (Arbeits-)Leben! Wer länger als sechs Wochen krank ist oder vorübergehend berufsunfähig war, hat Angst vor einer ständigen Berufsunfähigkeit. Mit einer Wiedereingliederung schaffen es viele Arbeitnehmer, schrittweise erfolgreich ins Arbeitsleben zurückzukehren. In diesem Blog liest Du alles zu diesem wichtigen Thema.

Berufsunfähigkeit: Das kann jeden treffen und viele Arbeitnehmer fürchten sich davor. Die Wahrscheinlichkeit, bis zur Rente berufsunfähig zu werden, liegt je nach Altersgruppe und Geschlecht zwischen 29 und 43 Prozent (Quelle: statista.com). Am höchsten von Berufsunfähigkeit bedroht sind in Deutschland Gerüstbauer, die geringste Gefahr besteht laut Statistik bei Physikern. Für viele Experten ist die Berufsunfähigkeitsversicherung eine der wichtigsten Versicherungen.

Doch auch bei langer Krankheit ist die Berufsunfähigkeit nicht der einzige Weg; es gibt auch die Möglichkeit, wieder schrittweise an seinen Arbeitsplatz zurückzukehren. Wir haben mit Sybill Osenbrueg, Personalreferentin u.a. mit dem Schwerpunkt  „Gesundheitsmanagement“ bei der AachenMünchener, über das wichtige Thema Wiedereingliederung gesprochen.

AMV: Was ist eine Wiedereingliederung?
Sybill Osenbrueg: Es gibt zwei Arten: BEM ist das betriebliche Eingliederungsmanagement und WEM, das Wiedereingliederungsmanagement, das  auch unter „Hamburger Modell“ bekannt ist.

AMV: Worin liegen die Unterschiede?
Sybill Osenbrueg: Das BEM ist wie ein Frühwarnsystem, das helfen kann, chronischen Krankheiten vorzubeugen. Wenn der Mitarbeiter innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen krank war, bietet ihm der Arbeitgeber hierbei ein freiwilliges Gespräch an. Dabei wird geklärt, wie die Arbeitsumstände eventuell verbessert werden können. Bei einem Rückenleiden bietet sich zum Beispiel die Bereitstellung eines höhenverstellbaren Schreibtisches an.

Beim WEM ist es das Ziel, einen Mitarbeiter, der längere Zeit arbeitsunfähig war, in Zusammenarbeit mit seinem Arzt schrittweise wieder ins Arbeitsleben zurückzuführen.. Die Abstimmung erfolgt zwischen dem Arzt, dem arbeitsunfähigen Mitarbeiter und dem Arbeitgeber.

AMV: Welche Krankheiten sind die häufigsten Auslöser?
Sybill Osenbrueg: Typische Krankheitsbilder sind hier Burnout, Rückenleiden und Tumorerkrankungen.

AMV: Wie sieht eine Wiedereingliederung in diesen Fällen in der Praxis aus?
Sybill Osenbrueg: Man beginnt zum Beispiel mit einem Arbeitspensum von zwei Stunden täglich und schaut, wie es funktioniert. Geht es gut, wird die Stundenzahl, immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt, schrittweise erhöht. Der Mitarbeiter ist bis zum Ende der Maßnahme krankgeschrieben, die Kosten trägt seine Krankenkasse.

AMV: Welchen Sinn hat der Versuch einer Wiedereingliederung?
Sybill Osenbrueg: Es wird versucht, für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung zu finden: Der Arbeitnehmer kann wieder arbeiten, der Arbeitgeber behält einen erfahrenen Mitarbeiter.

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