Start in die Winterreifen-Saison: So wird der Wechsel zur runden Sache

Start in die Winterreifen-Saison: So wird der Wechsel zur runden Sache

16. Oktober 2016

„Von O bis O“ lautet die Faustregel für Winterreifen. Konkret bedeutet das: Der Pkw sollte von Oktober bis Ostern mit sogenannten M+S-Reifen fahren. Zur Pflicht werden die winterlichen Pneus auf jeden Fall bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Das schreibt die Straßenverkehrsordnung ganz klar vor. Wer sich nicht daran hält, wird zur Kasse gebeten. Ein Bußgeld von 60 Euro und 1 Punkt im Fahreignungsregister sind fällig, wenn man bei Winterwetter mit Sommerreifen ertappt wird. Behindert man aufgrund der falschen Reifen auch noch den Verkehr, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro, hinzu kommt ebenfalls ein Punkt in Flensburg. Doch was ist beim Reifenwechsel zu beachten? Hier einige Tipps.

Ein Fall für Profis
Am einfachsten ist natürlich der Weg in die Werkstatt. Für die Profis ist der Wechsel reine Routine. Außerdem erkennen die Experten, ob der eine oder andere Reifen nicht mehr rund läuft und eventuell ausgewuchtet werden muss. Das ist meistens dann der Fall, wenn zum Beispiel beim Fahren das Lenkrad vibriert. Der Austausch von Sommer- gegen Winterreifen kostet im Durchschnitt zwischen 20 und 40 Euro. Müssen die Winterreifen noch auf die Felgen gezogen werden, sind die Kfz-Fachleute auf jeden Fall gefragt. Dafür sind dann je nach Werkstatt um 100 Euro fällig.

Reifen selbst wechseln
Du willst das Geld sparen und die Reifen selbst wechseln? Kein Problem. Mit dem richtigen Equipment und ein paar Fachkenntnissen, kannst Du den Austausch in die eigene Hand nehmen. Du brauchst dafür einen stabilen Wagenheber, ein Radkreuz und einen Drehmomentschlüssel. Bevor es an den Austausch geht, solltest Du die Winterreifen genau prüfen. Ganz wichtig ist das Profil. Dieses muss bei M+S-Reifen mindestens vier Millimeter tief sein. Außerdem sollte das Gummi einwandfrei aussehen und keine Risse oder porösen Stellen aufweisen.

Machen die Pneus einen guten Eindruck, kann es losgehen: Gang einlegen oder bei Automatik auf „P“ stellen, danach Handbremse anziehen. Im ersten Schritt alle vier Winterräder an die richtige Position legen. Die Reifen sind entweder gekennzeichnet mit „vorne rechts“ oder einem Pfeil in Rotationsrichtung. Zieren Radkappen die Räder, müssen diese erst einmal entfernt werden. Gleiches gilt bei Abdeckkappen, die die Radschrauben verdecken.

Von Aufnahmepunkt bis Drehmomentschlüssel
Als nächstes die Schrauben des ersten Rades, das ausgetauscht werden soll, etwas lockern und anschließend den Wagenheber unter das Auto schieben. Wichtig dabei ist, dass Du den genauen „Aufnahmepunkt“ triffst. Wo sich dieser befindet, steht im Handbuch deines Pkws. Wagenheber soweit hochkurbeln, bis das Rad etwa zwei Zentimeter über dem Boden schwebt. Schrauben lösen, Sommerreifen abnehmen, Winterreifen draufsetzen und mit den Schrauben befestigen. Danach den Wagenheber wieder senken, bis das Rad fest auf dem Boden steht. An dieser Stelle kommt der Drehmomentschlüssel ins Spiel. Hiermit kannst Du genau einstellen, wie stark die Radmuttern angezogen werden. Der Wert ist ebenfalls im Pkw-Handbuch zu finden. Und nach diesem Prinzip geht es mit den restlichen Reifen weiter.

Tipp: Am besten, Du schreibst nach dem Wechsel auf jeden einzelnen Sommerreifen mit Kreide die bisherige Position – zum Beispiel „VR“ für vorne rechts usw.

Reifendruck messen
Wenn alle M+S-Reifen fest sitzen, dann muss der Reifendruck gemessen werden. Denn jeder Reifen verliert permanent etwas Luft – auch wenn sie lagern. Am Einfachsten lässt sich der Druck mit dem Manometer an der Tankstelle messen. Wie viel bar Vorder- und Hinterreifen haben müssen, steht ebenfalls im Handbuch deines Pkws. Bei einigen Fahrzeugen sind die Werte auch auf der Innenseite der Tankklappen zu finden. Der richtige Reifendruck schont übrigens nicht nur die Pneus, sondern auch das Portemonnaie. Ist der Druck zum Beispiel um 0,6 bar zu niedrig, erhöht sich der Kraftstoffverbrauch um etwa vier Prozent. Der Verschleiß des Reifens steigt parallel sogar um bis zu 45 Prozent an. Übrigens: Wenn Du schon dabei bist, die Winterreifen zu kontrollieren, solltest Du auch an das Reserverad denken, denn das wird meistens vergessen und kann im Bedarfsfall zum echten Ärgernis werden.

Bei „T“ höchstens 190 fahren
Winterreifen sind in der Regel mit einem Buchstaben versehen. Dieser gibt die Geschwindigkeitsbeschränkung an. „H“ steht zum Beispiel keinesfalls für High-Speed, sondern für eine maximale Geschwindigkeit von 210 Stundenkilometer. Bei „P“ darf der Tacho höchstens 150 anzeigen.

Sommerreifen im Winterlager
Beim saisonalen Reifenwechsel stellt sich meistens die Frage: Wohin mit den „Sommer-Puschen“? Experten empfehlen, Reifen auf Felge liegend zu lagern. Praktisch ist hier ein sogenannter Felgenbaum, den es in vielen Baumärkten gibt. Reifen ohne Felge sollten hingegen stehend gelagert werden und nach Möglichkeit regelmäßig gedreht werden, um Standplatten zu verhindern.

Mehr zum Thema „saisonaler Reifenwechsel“ findest Du unter http://amv-blog.de/winterreifen-sommer/

 

 

934

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*