Zero Waste: So funktioniert ein Leben ohne Müll

Zero Waste: So funktioniert ein Leben ohne Müll

8. November 2017

In Deutschland fallen laut Umweltbundesamt jährlich etwa 50 Millionen Tonnen Haushaltsmüll an. Auch wenn die Republik im europäischen Vergleich Recycling-Meister ist, gerät nicht wiederverwertbarer Abfall zum ökologischen Problem. Daher geht der Trend zu Zero Waste im Alltag. Wir erklären, was sich dahinter verbirgt und wie du mitmachen kannst.

Die Idee von Zero Waste, also keinen Müll zu produzieren und einen respektvollen Umgang mit ökologischen Ressourcen zu pflegen, gehört längst nicht mehr in die Nische der Aussteiger und 1968er-Generation. Das Bewusstsein, schonend mit der Umwelt umgehen zu müssen, hat sich mittlerweile in fast allen Bevölkerungsschichten durchgesetzt. Allein an der Umsetzung hapert es mitunter. Groß ist die Verlockung, doch kurz zum Bäcker zu huschen, um einen Coffee to go oder einen Fertigsalat in Plastikbox aus der Convenience-Abteilung im Supermarkt zu kaufen. Komplett auf Zero Waste umzustellen ist eine Herausforderung – es gibt aber zahlreiche Tricks, um das Müllaufkommen zumindest deutlich zu reduzieren.

Papierkram

Auch wenn du schon vorbildlich mit dem eigenen Thermobecher zum Coffeeshop gehst und auf Produkte verzichtest, die unnötigen Verpackungsmüll verursachen: Der Teufel steckt oft im Detail. Die Misere beginnt bei der Papierfahrkarte im Bus und endet nicht beim Taschentuch. Mit diesen Tricks kannst du jedoch weitgehend auf Papier verzichten:

  • Digitales Office – auch zu Hause: Statt Ordner voller Papier bieten sich Cloud-Lösungen an, die deine Daten verschlüsselt im Netz speichern.
  • Fahrkarten und Tickets kannst du dir per App aufs Handy oder Tablet runterladen, Zeitungen als digitales Abo online lesen.
  • Setze auf wiederverwendbare Materialien wie Stofftaschentücher. Für unterwegs kannst du dir auch ein kleines Stoffhandtuch einstecken. Das spart den Gang zum Handtrockner oder den Gebrauch von Papiertüchern.

Clever Shoppen: Alternativen zu Plastik und Co.

Schwieriger wird es da schon bei der Vermeidung von Plastikmüll. Der Seifenspender auf der Bürotoilette, die Folie um den Lieblingssnack, die Beschichtung vom Backpapier – um Zero Waste umzusetzen, ist Improvisationstalent und auch ein wenig Verzicht gefragt. Diese Tipps sind jedoch schon ein großer Schritt in die richtige Richtung:

  • Lose einkaufen: Achte darauf, deine Lebensmittel lose zu kaufen. Äpfel müssen nicht in einer Plastikschale verschweißt sein.
  • Unverpackt-Läden: Hier bringst du Gefäße mit und kannst viele Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Müsli etc. direkt aus großen Behältern in deine Aufbewahrungsdosen füllen.
  • Leitungswasser: Damit sparst du gegenüber PET-Flaschen Geld und Müll. Für unterwegs kannst du dir eine Trinkflasche besorgen.
  • Bienenwachstücher: Im Gegensatz zu Alu- und Frischhaltefolie kannst du den umweltfreundlichen Ersatz abwischen und mehrmals verwenden.
  • Natürliche Materialien: Kleidungsstücke enthalten oft synthetische Bestandteile. Wähle daher beim Kauf neuer Outfits und Schuhe lieber solche aus Baum- oder Schafswolle und Leder.
  • Stoffbeutel: Verabschiede dich von Plastiktüten und nutze unterwegs besser einen kleinen Beutel.
  • Thermobecher: Wenn du Kaffee-Fan bist, kannst du mit wiederverwendbaren Thermobechern die beschichteten To-go-Becher einsparen.
  • Seifenstück: Ein klassisches Stück Seife ersetzt Plastikspender für Wasch- und Duschgels. Unterwegs kannst du es in einer Holz- oder festen Pappschachtel transportieren. Inzwischen gibt es auch Deos oder Shampoo in Seifenform.
  • Informieren: Erkundige dich über verstecktes Plastik in Alltagsgegenständen. Es gibt jede Menge davon.

Bild: Rawpixel/istock

 

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