Zurück zur Großfamilie: So sehr profitieren Großeltern von ihren Enkeln

Zurück zur Großfamilie: So sehr profitieren Großeltern von ihren Enkeln

20. Dezember 2017

Zeit mit den Enkeln ist für viele Großeltern kostbar, auch wenn es mal etwas hektischer werden kann. Viele Eltern verlassen sich bei der Kinderbetreuung auf die Hilfe ihrer eigenen Eltern. Die Kleinen lieber bei den Großeltern abzugeben, als an Fremde wie Babysitter, hat für beide Seiten viele Vorteile.

Unlängst haben Ergebnisse der Berliner Altersstudie, bei der das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung federführend ist, gezeigt, dass auch Großeltern von der Betreuung ihrer Enkelkinder profitieren. Hierfür wurden Daten von 500 Senioren im Alter von 70 Jahren oder älter ausgewertet. Das Ergebnis: Senioren, die Enkel oder Kinder betreuen, hatten auf einen Zeitraum von 20 Jahren gerechnet ein geringeres Sterberisiko.

Stressabbau führt zu längerem Leben

Das liege demnach unter anderem am Stressabbau. Dieser würde durch die Kinder gefördert, was sich  wiederum positiv auf die Lebensdauer auswirkt. Die Faustregel: Je weniger Stress ein Mensch hat, desto geringer das Sterberisiko. Die Hauptsache ist, dass die Senioren gerne Zeit mit dem Nachwuchs verbringen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist außerdem die geistige Beweglichkeit. Laut den Forschern wirkt sich die Kinderbetreuung nicht nur körperlich aus, sondern auch psychisch und auf das Sozialverhalten. Es komme mehr Geselligkeit in das Leben der Best Ager, wodurch diese merklich profitieren.

Auch die Kinder lieben Oma-Opa-Zeit

Die Psychologin Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe sieht auch für die Kleinen viele Vorteile: „Für kleine Kinder ist die Zeit mit Oma oder Opa wie eine Auszeit, weil sie wesentlich weniger Konflikte mit ihnen austragen müssen als mit den Eltern“, erklärte sie gegenüber den Westfälischen Nachrichten.

Die Experten raten dazu, dass die Großeltern auch selbst aktiv werden und ihren Kindern konkrete Zeiten anbieten, zu denen sie sich um ihre Enkel kümmern können. So wird die Gefahr reduziert, dass die Großeltern als eine Art kostenlose Kita betrachtet werden, was zu Unmut auf Seiten der Senioren führen könnte.

Immer auf das Energiemanagement achten

Wenn die Zeit oder Energie bei den Senioren mal einfach nicht ausreicht, sollte dies offen angesprochen und von den Eltern akzeptiert werden, ohne dass dies gleich für böses Blut sorgt. Nur so haben alle Seiten, also alle drei Generationen, den maximalen Nutzen aus der Kinderbetreuung.

Derweil zeigt eine weitere Studie: Zufriedene Eltern bekommen mehr Kinder und sind insgesamt gesünder. Diesen Zusammenhang haben Forscher des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) festgestellt. Stimmten die Rahmenbedingung, seien Eltern mit drei statt zwei Kindern insgesamt glücklicher.

Reicher Kindersegen macht gesund und glücklich

Derweil sei die Anzahl der Großfamilien in Deutschland in den letzten Jahren zurückgegangen. Viele Eltern, gerade in der Mittelschicht, scheuen demnach die Gründung einer größeren Familie aus finanziellen Gründen oder aus Sorge um das Finden einer passenden Wohnung.

Die IW-Forscher stellen aber dennoch fest: 84 Prozent der Mütter mit einem Kind bezeichnen sich als sehr zufrieden, jene mit zwei oder mehr Kindern tun dies sogar zu knapp 90 Prozent. Bei Männern ist die Zufriedenheit mit zwei Kindern am höchsten, das sagen 87 Prozent der Befragten.

Bild: Sabine van Straaten/unsplash

 


Karriere vs. Familie

Die meisten Deutschen ziehen für die Liebe um

Für ihren Partner sind die meisten Bundesbürger eher bereit, umzuziehen, als für ihren Job: Laut der Studie Umzug 2017, durchgeführt von Immowelt im Auftrag von umzugsauktion.de, haben 59 Prozent der Befragten für die Liebe schon einmal den Wohnort gewechselt.

 

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