Energietrend: Immer mehr Deutsche meiden Erdöl und Gas

Weniger fossile Klimakiller, mehr erneuerbare Energien: Eine Großzahl der Deutschen will auf klimafreundliche Alternativen setzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Unternehmens Stiebel Eltron. Doch wie sieht es wirklich in deutschen Heizungskellern aus und was sind die Alternativen zu Öl und Gas?

Das Erreichen der vertraglich vereinbarten Klimaziele steht bei den Bewohnern der Bundesrepublik laut der Studie ganz oben auf der Umweltagenda. Der 2016 vom Bundeskabinett beschlossene Klimaschutzplan 2050 macht deutlich, wie Deutschland das Pariser Abkommen umsetzen will.

Zentrales Ziel ist die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen:

  • Bis 2020 sollen diese im Vergleich zu 1990 um mindestens 40 Prozent verringert werden.
  • Bis 2030 um mindestens 55 Prozent
  • Bis 2050 um 80 bis 95 Prozent

Im Jahr 2050 soll in Deutschland dann eine weitgehende Treibhausgas-Neutralität herrschen. Von den dafür erforderlichen klimapolitischen Maßnahmen hat eine Mehrheit der Bundesbürger ganz genaue Vorstellungen. Insbesondere beim Thema Heizen.

Fossile Brennstoffe landen im Aus

Laut des repräsentativen Stiebel Eltron Energie-Trendmonitors 2017, für den 1.000 Bundesbürger befragt wurden, möchten 76 Prozent auf fossile Brennstoffe wie Öl und Gas verzichten. Daneben wünschen sich knapp 70 Prozent der Deutschen die Unabhängigkeit von Erdöl- und Gasimporten, beispielsweise aus den Emiraten oder Russland. Darüber hinaus befürworten 70 Prozent die Ziele des Klimaschutzplans, bis 2020 die deutschen CO2-Emissionen um 40 Prozent zu senken.

Was sind die Alternativen zu Gas und Öl?

Der Alltag in den meisten deutschen Heizungskellern sieht jedoch noch anders aus. Hier haben fossile Brennstoffe noch die Nase vorn: Nach Angaben des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft nutzen fast 50 Prozent der Privathaushalte Gas als Wärmelieferanten. Die umweltbelastendere Ölheizung befindet sich aber immerhin mit 26 Prozent auf dem Rückzug. Doch welche Optionen gibt es überhaupt für Hausbesitzer, die Wasser und Wohnraum ohne fossile Brennstoffe erwärmen wollen? Ein kurzer Überblick zu den beliebtesten Alternativen:

  • Pelletofen: Statt Öl oder Gas verbrennt diese Heizung kleine Pellets aus gepresstem Sägemehl oder Holzspäne. In der Anschaffung sind die Heizkessel in der Regel teurer als herkömmliche Systeme, im Betrieb fallen die Kosten dafür meist geringer aus.
  • Fernwärme: Kommt im bundesdeutschen Wärme-Ranking immerhin schon auf Platz drei. In der Industrie – beispielsweise bei der Stromproduktion – entstandene Wärme wird gespeichert und Privathaushalten zugeführt. Die Verfügbarkeit variiert, insbesondere in Ballungsgebieten ist Fernwärme aber gut nutzbar.
  • Solarthermie: Bei der Fotovoltaik wird Sonnenenergie in Strom umgewandelt, Solarthermie nutzt die Strahlung für die heimische Heizung und Warmwasser. Bei schlechtem Wetter springen Energielieferanten wie zum Beispiel Gas oder Holzpellets ein.
  • Wärmepumpe: Hier befördert entsprechend des Namens eine Pumpe Wärme aus Luft, Erde oder Wasser ins Haus und macht sie für die Heizung nutzbar. Je nach Art der Wärmepumpe muss das Haus für die Installation verschiedene Voraussetzungen mitbringen. Für den Betrieb fallen außerdem zusätzliche Stromkosten an.

Heizungscheck durch den Experten

Egal, ob beim Neubau oder bei der Sanierung des alten Heizungskessels – wer sich für eine Heizung interessiert, kann die auf die Expertise von Fachhandwerkern und Energieberatern zurückgreifen. Diese informieren über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Modelle und können vor Ort schauen, welche Heizung am besten zu Bedürfnissen und Gegebenheiten passt.

Weiteres Plus: Die Profis kennen sich mit den verschiedenen Fördermöglichkeiten für grüne Wärme aus. Denn Staat unterstützt den Wechsel auf klimafreundliche Ressourcen in vielen Fällen mit einer kleinen Finanzspritze.

Um das Klima zu schonen, muss übrigens nicht immer gleich eine neue Heizung zum Einsatz kommen. Manchmal lässt sich der Energieverbrauch schon durch den Austausch veralteter Einzelteile senken. Eine regelmäßige Wartung sowie effiziente Dämmung, beispielsweise der Rohre, leisten ebenfalls einen Beitrag für die persönliche CO2-Bilanz.

Bild: Asia Chang/unsplash