Studie: Jeder zweite Deutsche streitet mit den Nachbarn

Es ist der Klassiker: Zwei Streithähne gehen mit puterrotem Kopf auf beiden Seiten des Gartenzaunes aufeinander los. Der Grund erscheint häufig nichtig: Die Hecke ragt zu weit in Nachbars Garten, die Kinder toben zu wild oder die Musik wurde zu laut gedreht. 42 Prozent der Deutschen haben Streit mit ihren Nachbarn. Das ergibt eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage der AachenMünchener unter 1.028 Bundesbürgern.
Lärm ist der häufigste Grund für Streit mit den nahen Anwohnern. Nächtliche laute Musik, eine ausufernde Geburtstagsparty oder ein motivierter Klavierspieler sorgen bei 20 Prozent der Deutschen für Unmut. Der bekannte Maschendrahtzaun oder die über die Begrenzung ragenden Bäume sind für zehn Prozent der Deutschen ein Grund für Zoff. Lärmende Kinder landen mit sechs Prozent auf Rang drei der Streitgründe.
Gerade Bewohner von Mehrfamilienhäusern hören oftmals ihre Nachbarn durch die Wände und sind besonders auf Ruhezeiten angewiesen. Diese sind täglich von 22 bis 6 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen. Je nach Hausordnung und Wohnort gibt es auch noch Mittagsruhe. Zu diesen Zeiten sind Bohren und anderer starker Lärm verboten. Musik sollte auf Zimmerlautstärke gedreht sein.
Lärm, Begrenzungen und Kinder sind jedoch nicht die einzigen Gründe für scharfe Worte.

Fünf Prozent der Deutschen stören sich an kläffenden Hunden, streunenden Katzen und anderen Haustieren der Nachbarn. Auch ein qualmender Grill weckt nicht in jedem nur freudige Erwartungen an leckere Würstchen und laue Sommerabende.Vier Prozent hatten deshalb schon Konflikte. Gerichte erlauben das Bruzzeln, aber wer rücksichtslos seine Nachbarn zuqualmt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass man bei starker Rauchentwicklung nicht weitergrillen darf. Auch zu oft grillen ist nicht gestattet. Die Obergrenze liegt laut Amtsgericht Berlin-Schöneberg bei 20- bis 25-mal pro Jahr. Die Holzkohle sollte auch nicht länger als zwei Stunden und über 21 Uhr hinaus brennen.
Ebenfalls vier Prozent haben Probleme damit, dass der Nachbar seinen Sperrmüll vor dem Haus oder an der Straße länger stehen lässt. Drei Prozent haben schon einmal Streit angefangen, weil der nebenan liegende Garten voller Unkraut war oder aus anderen Gründen keinen schönen Anblick geboten hat.
Egal welches der Streitgrund ist und wer gesetzlich im Recht wäre, ein freundlich klärendes Gespräch sollte immer der Anfang sein. Falls materielle Schäden entstehen, sollten diese möglichst schnell und unkompliziert ausgeglichen werden. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt viele nachbarschaftlichen Schäden – auch die von Haustieren. Nur für Hunde wird eine Tierhalterhaftpflichtversicherung benötigt.

Hintergrundinformationen:
Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung „Nachbarschaftsstreit“ im Auftrag der AachenMünchener Versicherung AG sind auf ganze Zahlen gerundet. Untersuchungsdesign: Online-Befragung unter 1.028 Teilnehmern ab 18 Jahren, bevölkerungsrepräsentative Hochrechnung. Befragungszeitraum: Dezember 2015.