Warum sich Sesshaftigkeit positiv auf deine Finanzen auswirkt

Eine Analyse des Immobilienportals immonet.de belegt, dass die Mieten heute wesentlich höher sind als noch im Jahr 2011. In fast allen deutschen Großstädten müssen Neumieter aufs Jahr gerechnet mit Mehrausgaben von über 2.000 Euro rechnen. Betrachtet wurden hier vor allem Familienwohnungen mit einer Wohnfläche von 80 bis 120 Quadratmetern.

So viel sind die Jahresmieten in den letzten sieben Jahren gestiegen:

  • München: 5.640 Euro
  • Berlin: 4.680 Euro
  • Stuttgart: 3.240 Euro
  • Hamburg: 3.000 Euro
  • Dortmund: 1.080 Euro
  • Essen: 840 Euro

Umzug teurer als Mieterhöhung

Im Rahmen der gesetzlichen Grenzen haben Vermieter das Recht, die Miete in regelmäßigen Abständen zu erhöhen – es ist jedoch nicht gesagt, dass sie von diesem Recht auch Gebrauch machen. Das geht aus früheren Umfragen des Immobilienportals hervor.

  • 15 Prozent der Vermieter erhöhen die Miete gar nicht.
  • 13 Prozent erhöhen die Miete seltener als alle 10 Jahre.
  • 26 Prozent stocken alle 5 – 10 Jahre auf.

Selbst wenn die Miete steigt, liegt sie in der Regel weit unter dem Preis, der bei einem Neubezug fällig würde. Bei einer Erhöhung von 5 Prozent zahlen Alteingesessene in Berlin rund 4.000 Euro weniger als neu eingezogene Mieter. In 13 von 14 untersuchten Städten wäre sogar eine Mieterhöhung von 15 Prozent günstiger als ein Umzug.

Hohe Umzugskosten vermeiden

Eine Befragung, die TNS Infratest im Jahr 2015 für das Immobilienportal durchführte, ergab zudem, dass die Deutschen in ihren Umzug bis zu sechs Monatsgehälter investieren, wobei Käufer noch investitionsfreudiger sind als Mieter.

Bei 54 Prozent der Befragten floss das meiste Geld in neue Küchenmöbel, gefolgt von Wohnzimmermöbeln, Küchengeräten und Schlafzimmereinrichtung. Mieter geben durchschnittlich 2.800 Euro für ihre neue Küche aus, bei Käufern sind es sogar 8.000 Euro. Hinzu kommen häufig Kosten für Renovierungsmaßnahmen wie Malerarbeiten oder der Austausch von Bodenbelägen. Sesshaftigkeit ist also ein Faktor, der sich auf lange Sicht positiv auf die Finanzen auswirkt.

In Wohngemeinschaften lebt es sich am günstigsten

Im „Mietpreis-Check Unistädte“ von immowelt.de zeigt sich zudem, dass junge Leute, die von Zuhause ausziehen, besonders gut mit WGs fahren. Größere Wohnungen sind im Verhältnis wesentlich günstiger als Domizile für Singles. Das wird deutlich am Beispiel Gießen:

  • Für eine Wohnung mit 20 bis 40 Quadratmetern wird ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis von 13,60 Euro fällig.
  • Bei Wohnung von 70 bis 90 Quadratmeter sind es nur 8,70 Euro – das entspricht einer Ersparnis von 36 Prozent.

Ähnlich sieht es in Bayreuth, Koblenz, Siegen und München aus. In Rosenheim, Lübeck, Chemnitz und Cottbus sind die Preisunterschiede dagegen moderat. Hier sind Singlewohnungen im Vergleich gerade einmal zwischen 6 und 8 Prozent teurer.

Bild: kupicoo/istock